Andacht am Abend - Kirche-Lenzen-Lanz-Seedorf

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DEUS ADEST: Gott ist da (1)

Tipps zum Verlauf
Morgen- und Abendgebet enthalten grundlegende Elemente eines persönlichen Tagesbeginnsund Tagesabschlusses.
Sie können den eigenen Bedürfnissen frei angepasst werden. Die Vorschläge zur Durchführung sind praxiserprobte Anregungen mit deren Variation man Erfahrungen sammeln kann. Hilfreich ist es, diese Texte laut zu sprechen – man kann sie aber auch leise oder im Wechsel gestalten. Alle Elemente werden nur bei ihrer ersten Nennung erklärt und wiederholen sich teilweise am Abend.

Kerze
Um Gottes Nähe, Licht und Wärme symbolisieren und tiefer zu vergegenwärtigen, zünde ich eine Kerze an.
Vergegenwärtigung
Ich mache mir bewusst, dass mich der dreieinige Gott an diesem Tag begleitet hat und auch jetzt bei mir ist.
Der Herr ist gerecht in allem, was er tut; auf ihn ist immer Verlass!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang so
auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Ich beende dieses Element mit dem Kreuzeszeichen: kurze Berührung der Stirn mit Zeige-
und Mittelfinger, dann der linken und der rechten Seite meiner Schulter.
Das Kreuzeszeichen symbolisiert zeichenhaft (segnen = signare – mit einem Zeichen versehen)                                            
Zugehörigkeit und Glauben an Jesus Christus (Leiden, Tod und Auferstehung) und erinnert

zugleich an die Dreifaltigkeit.
Lied
Im Vertrauen auf Gottes Nähe lasse ich mit dem Singen dieses Liedes alles Unfertige, Ungelöste
vor Gott los. Seine Vergebung entlastet mich von meinem Versagen. Das will ich besingen.
Sollt‘ ich meinem Gott nicht singen? Sollt‘ ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh‘ in allen Dingen, wie so gut er’s mit mir mein“,                                          
Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt,                                                      
das ohn‘ Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb‘ in Ewigkeit.
Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt,
dass ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb‘ und Güt‘.
Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht
nicht geleitet, wär‘ ich nicht aus so mancher Angst genesen.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb‘ in Ewigkeit.
Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt,
ei, so heb‘ ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind;
bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht
zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben,
bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit.
(EG 325,1.7.10, Paul Gerhardt, 1653)
Hymnus
Hymnus bezeichnet ein feierliches Gedicht oder einen Festgesang. In der Bibel dienen sie
der anbetenden Betrachtung von Gottes Wesen und Taten. Ich lese den Hymnus laut und in
verehrender Haltung.
HERR, von deiner Gnade will ich für immer singen; allen kommenden Generationen will ich erzählen, wie treu du bist.
Ich weiß: Deine Gnade gilt für alle Zeiten und deine Treue, solange der Himmel besteht.
HERR, der Himmel lobt dich, denn du tust Wunder; die Schar deiner heiligen Engel preist deine Treue.
Denn wer im Himmel ist dir gleich? Kein himmlisches Wesen ist so mächtig wie du!
HERR, du allmächtiger Gott, niemand ist so stark wie du!
Was du auch tust: Auf dich ist Verlass!
(aus Psalm 89, HfA)
Gebet
Unter deinem Schutz, Gott, haben wir diesen Tag verbracht. Ich danke dir für alles, was du mir hast gelingen lassen.
Wandle zum Guten, was durch meine Hand verdorben ist. Herr, erbarme dich.
Ich bitte dich für alle, die ich liebe, in der Nähe und in der Ferne: bewahre sie und halte uns verbunden miteinander.
Ich bitte dich auch für die, die mir fremd oder feind sind: räume weg, was uns trennt, und schenke uns Verständnis füreinander und Frieden.
Herr, erbarme dich. Ich danke dir für deine große Treue. Amen.
Rückblick
Im stillen Innehalten blicke ich auf meinen Tag zurück. Ich zähle oder schreibe auf, wofür ich
Gott danke. Ich nenne oder schreibe Lasten auf, die ich ihm bringen und ablegen will.
Bibelwort
Ich lese den Text drei Mal laut – das Wort Gottes hallt so in meiner Stimme und meinem
Brustkorb wider. So kann es auch in meinem Herzen Resonanz finden. Ich spüre nach, welcher
Gedanke oder welches Stichwort in mir stark anklingt und verbleibe einen Moment mit
meinen Gedanken an diesem Wort.
Psalm 71,14-16:
14 Nie werde ich aufhören, auf dich zu hoffen – immer mehr will ich dich loben.
15 Vor allen rede ich davon, dass du für Recht sorgst! Den ganzen Tag will ich erzählen, wie du aus der Not befreist;
ja, du tust viel mehr, als ich jemals aufzählen kann!
16 Deine machtvollen Taten will ich rühmen, HERR, mein Gott! Auf dich ist Verlass – das allein werde ich weitersagen!
Lied
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Sorgen quälen und werden mir zu groß, mutlos frag‘ ich: was wird morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. Vater du wirst bei mir sein.
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn, hilflos seh‘ ich, wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,und ich frag‘, wo sie geblieben sind.
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
(Peter Strauch)
Segenswort
Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne mich und behüte mich;
begleite mich mit deiner Liebe, die mich trägt und fordert; lass dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig.
Bekräftigung
Ja, mein Herr und Gott, unter deinem Schutz, mit deinem Segen und in deinem Namen, will ich diesen Tag beschließen, zu deinem Lob und zu deiner Ehre:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Liturgische Gesten können gesprochene Worte für die eigene Seele verstärken. So ist es für
manchen hilfreich, sich beim „Im Namen des Vaters …“ zu bekreuzigen. Zeige- und Mittelfinger
berühren Stirn, Brust, linke Schulter und rechte Schulter.
Ende
Nach dem Segen und der Bekräftigung lösche ich die Kerze und beende so das Abendgebet.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Mk 9,24
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