Elisabeth von Thüringen - Kirche-Lenzen-Lanz-Seedorf

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Elisabeth von Thüringen ….

Neben dem Hl. Martin von Tours dürfte die Landgräfin Elisabeth von Thüringen wohl die bekannteste Heilige sein, die sich ihren Platz in der Sympathie auch unter evangelischen Christen erobert hat. Was ist an dieser Frau so außergewöhnlich?
Elisabeth wurde als Königstochter in Ungarn 1207 in der Burg Sárospatak geboren und wie es damals oft üblich war, mit 4 Jahren einem deutschen Grafensohn verlobt. Damit sie sich an deutsche Sitten und Gewohnheiten frühzeitig gewöhnte, kam sie sobald nach Deutschland auf die Wartburg in
Eisenach und wurde dort entsprechend erzogen. Auch wenn sie ihrem zukünftigen Ehemann Ludwig in großer Liebe und Anhänglichkeit zugetan war, zeigte sich schon in frühem Alter eine innere Hingabe an Gott, die sich später zu einem besonderen Engagement für Arme und Notleidende entwickelte.
1221 heirateten sie. Aus dieser als sehr glücklich beschriebenen Ehe gingen 3 Kinder hervor. Im Lauf der Ehe musste der Landgraf viele Eigenheiten von Elisabeth im Blick auf ihre caritative Neigung hinnehmen. So beschreibt eine wohl eher als legendarisch zu nennende Szene, wie Elisabeth während Ludwigs Abwesenheit einen Aussätzigen in sein Bett gelegt hatte, um ihn dort Tag und Nacht pflegen zu können. Dem Landgrafen ging das dann doch etwas zu weit und Ärger machte sich in ihm breit. Doch als er sein Gemach betrat, öffnete ihm Gott die inneren Augen und Ludwig sah den gekreuzigten
Christus in seinem Bett liegen. Über diese Erfahrung hinweg versöhnte er sich wieder mit Elisabeth und unterstütze sie. Vor allem im Hungerjahr 1225 stärkte er ihr mit seiner ganzen fürstlichen Autorität den Rücken, als sie zur Linderung der Not die gräflichen Truhen und Vorratskammern öffnete.
1227 starb Ludwig auf einem Kreuzzug an einer Seuche. Als man ihr die Botschaftüberbrachte, sind von ihr Worte
überliefert: „Ach, Herre Gott, nun ist mir alle Welt tot.“
Die wohl bekannteste Legende „DasRosenwunder“ ist in ihrer Quellenlag nicht ganz sicher. Einerseits berichten Quellen, das sich diese Begegnung mit
ihrem Mann abgespielt hat, andere Quellen erwähnen ihren Schwager Heinrich Raspe. Die Legende selbst: Als Elisabeth wieder einmal zu den Armen von der Burg herab ins Dorf gehen wollte, dabei einen großen Korb mit Brot mit sich trug, kam ihr Ludwig (oder Heinrich Raspe) entgegen
und forderte sie auf, den Korb zu öffnen. Doch statt des Broteserblickte er einen Korb voller Rosen.
Nach dem Tode Ludwigs konnte sie nicht auf der Wartburg verbleiben (einige Quellen berichten von der Vertreibung durch ihren Schwager). Papst Gregor IX. übertrug ihrem geistlichen Vater Konrad von Marburg die Fürsorge für sie, der wegen seinerStrenge berühmt-berüchtigt und später auch erschlagen wurde. Er versuchte aus ihr eine „Heilige“ zu machen, erlegte ihr vieleBußübungen auf, bei den kleinsten Vergehen geißelte er sie bis aufs Blut. Dieses kam der Neigung Elisabeths zu einem geheiligten und Gott völlig ausgeliefertem Leben sehr entgegen.
1229 errichtete sie in Marburg mit ihrem Witwenvermögen einHospital und arbeitete selbst dort bis zu ihrem frühen Tode 1233. Sie wird – so wie in Wootz – oft dargestellt mit Brot, einem Krug und einem Bettler und ist folgerichtig die Patronin u.a. der Kranken,der Bettler, der Sozialarbeiter und der Caritas-Vereinigungen.
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