Seedorf - Kirche-Lenzen-Lanz-Seedorf

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Unsere Kirchen

1336 to Sedorpe

Die barocke Kirche wurde 1754 erbaut. Sie ist ein Ziegelbau mit Halbrundapsis und quadratischem Westturm.
Dieser hat als Bedachung eine geschweifte Haube auf kräftig profiliertem, umlaufendem Gesims.
Inneneinrichtung:

  • Kanzelaltar mit Schnitzwerk und Bemalung (gestiftet 1900)
  • Altarretabel (Darstellungen: Mose, der versinkende Petrus, David) 
  • Taufstein aus Sandstein (gestiftet 1876)
  • Orgel 1760/63 von Gottfried Scholtze aus Neuruppin


Die Seedorfer Kirche (erbaut 1754) gehört zu den Kirchen, die Mitte bis Ende des 18. Jahr-hunderts gebaut wurden, wie z.B. auch die Wustrower Kirche. Seedorf hatte damals ca. 200 Einwohner.
Gegenüber den in dieser Zeit eher im Fachwerkstil erbauten Kirchen hebt sich die Seedorfer mit dem strengen kubischen Baustil, der geschweiften Turmhaube und den einfachen Schmuckformen hervor.
Da zeitgleich der Kirchturm der Lenzener Stadtpfarrkirche St. Kathari-nen neu gebaut wurde, klingt in der dominanten Bauweise der neuen Seedorfer Kirche auch Seedorfer Selbstbewusstsein durch, sich gegenüber der Stadt deutlich zu profilieren.
Das innere der Seedorfer Kirche, das mit der Sanierung 2015 enorm gewonnen hat, ist geprägt von einem hellen, klaren, fast eleganten Farbkonzept. Die Einfachheit des Gestühls und der Emporen geben dem Farbkonzept keinerlei Abbruch, im Gegenteil: erhöht die Stimmig-keit des Kirchenraumes.
Der Kanzelaltar mit der Jugendstil-anmutenden Bemalung und künstleri-schen Gestaltung stammt ebenfalls aus der Bauzeit der Kirche.
Jüngeren Datums ist das farbige Altarbild (vermutlich gestiftet um 1900 von der Pat-ronatsfamilie von Wangenheim).
Da viele Menschen in der damaligen Zeit Analphabeten waren, haben die Darstellungen biblischer Geschichten und Persönlichkeiten verkündigenden Charakter.
Links des Altarbildes wird Mose dargestellt mit den Tafeln der Zehn Gebote, incl. dem Verweis auf die Schriftstelle, in der die 10 Gebote zu finden sind: 2. Mose 20. Rechts ist König David mit der Harfe und dem Verweis auf Psalm 103 dargestellt. Damit ist seine Rolle nicht so sehr als König, sondern als Psalmendichter und Musiker dargestellt. Die Mitte des Altars bildet die Be-gegnung von Jesus und seinen Jüngern auf dem Wasser, bekannt als „Sturmstillung“ (in Lukas 8,22-25 nachzulesen). Das zum Vertrauen aufrufende Wort von Jesus „Seid getrost: Ich bin es.“ findet sich oberhalb des Bildes.
Genau gegenüber des Kanzelaltars befindet sich die Orgel. Sie ist neben der Lenzener Orgel die einzige spielbare – wenn auch restaurierungsbedürftige - Orgel des Pfarrsprengels.
Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass sie um 1775 vom Orgelbauer Gottlieb Scholtze neu konzipiert wurde, der auch der Lenzener Orgel seine unverwechselbare Handschrift gegeben hat, so dass man die Seedorfer Orgel als kleine Schwester der Lenzener Orgel beschreiben kann. 
Seedorf wurde erst 1562 selbständige Pfarrstelle, vorher gehörte sie zur Pfarrstelle Lenzen. Der erste „eigene“ Pfarrer hieß Wolfgang Schnucke. Wie lange er seit 1562 dort war, ist nicht bekannt.
Einer der bekanntesten Seedorfer Pfarrer war Eduard Handtmann (in Seedorf von 1875-1907), der als berühmter Sagensammler bekannt war. Auf seine Sagensammlung hat auch Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ zurückgegriffen.
Der letzte Pfarrer von Seedorf hieß Christian Ruch, der 2001 die Stelle verlassen musste. Seit 2002 blieb Seedorf unbesetzt und ist 2010 mit anderen Kirchengemeinden der Region zum Pfarrsprengel Lenzen-Lanz-Seedorf verbunden worden.
Heute finden in der Seedorfer Kirche monatlich Gottesdienste statt. Die klein gewordene Kirchengemeinde, zu der auch die beiden Orte Eldenburg und Breetz gehören, bemüht sich, das Gemeindeleben mit Bläser- oder Orgelkonzerten zur Adventszeit, dem jährlichen Krippenspiel der „Himmlischen Laienspieler der Lenzerwische“ und mit den Gottesdiensten zum Eldenburger Parkfest aufrecht zu erhalten. 
 
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