Matthias - Kirche-Lenzen-Lanz-Seedorf

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Unsere Kirchen > Die Heiligen der Wootzer Kapelle

Matthias ….
… den uns der Wootzer Heiligenaltar mit langem Bart und Beil präsentiert, gehört zu den Apos-teln, die im Neuen Testament nur sehr wenig Erwähnung finden. An einer Stelle in der Apostelgeschichte wird berichtet, dass er als Nachfolger von Judas, dem Verräter, der sich selbst gerichtet hatte, durch die anderen Apostel gewählt wurde (Apostelgeschichte 1), um die Zahl der „zwölf Jünger“ wieder komplett zu machen. Es wird erwähnt, dass er von Anfang an zur erweiterten Schar der Jünger gehörte und als Zeuge der Auferstehung Jesu galt.
Der erste Kirchengeschichtsschreiber der Christenheit, Eusebius, Bischof von Cäsarea erwähnt Matthias als einen aus einer wohlhabenden Familie stammenden jungen Mann aus Bethlehem. Möglicherweise ist der sehr auffällig präsentierte Bart im Heiligenaltar ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu einer religiösen Oberschicht der damaligen Zeit (Phariäser?).
Matthias gehörte – nach Eusebius - auch zu den 70 Jüngern, die Jesus (Lukas 10,1) in die jüdischen Städte und Dörfer sandte.
Die spätere Legende, die sich zum großen Teil aus den apokryphen „Akten des Andreas und Matthias“ speist, erzählen, dass Matthias bei der Aufteilung der Missionsgebiete das „Land der Menschenfresser“ zugefallen sei. Dort soll er im Gefängnis geblendet worden sein – doch Gott gibt ihm sein Augenlicht wieder und der Apostel Andreas befreit ihn auf wunderbare Weise.
Anderen Legenden nach missionierte Matthias in verschiedenen Gegenden Judäas. Wegen seiner gelehrten Predigten, den Bekehrungen und den Heilungswundern, die er vollbrachte hatte, wurde er vom Hohen Rat verurteilt, gesteinigt und dann nach römischen Brauch mit dem Beil enthauptet. Andere Varianten der Legenden sehen ihn in Griechenland, im Kaukasus oder in einem Land am Schwarzen Meer.
Dort soll er im Jahr 63 n. Chr. – und hier treffen sich wieder alle Le-genden – gesteinigt und danach mit dem Beil enthauptet worden sein.
Seine Reliquien befinden sich im Grab des Matthias in Trier (siehe Bild), dem einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen. Teile der Trierer Reliquien befinden sich in Goslar und in der Kirche St. Giustina in Padua.
Im 12. Jahrhundert verfasste Alexander II., Bischof von Lüttich, vorher Archidiakon in Trier, eine Lebensgeschichte von Matthias, in der Wundergeschichten, Visionen und Berichte über die Auffindung und Überführung der Gebeine nach Trier im Mittelpunkt standen.
Natürlich hat die Volksfrömmigkeit auch bei diesem stillen Apostel zu-geschlagen. Da sein Gedenktag der 24. Februar ist, orientieren sich Bräuche an diesem Tag im Blick auf das kommende Frühjahr, z.B. schüttelt man in Böhmen Obstbäume, damit sie eine reiche Ernte bekommen. In der Matthias-Nacht werden per Los Liebes- und Todes-orakel gezogen – evl. steht hier die Wahl des Matthias zum zwölften Jünger Pate.
Matthias ist der Patron der Städte Trier, Hildesheim und Hannover, aber auch der Berufszünfte der Schmiede, Zimmerleute, Metzger, Schneider u.a.
Nachdenklich macht, dass man Matthias bei der Abfassung des Glau-bensbekenntnisses den letzten Satz zuschreibt: „…und das ewige Le-ben.“ Ein Satz, der zwei Jahrtausende überlebt hat und Woche für Wo-che im Glaubensbekenntnis in den Gottesdiensten gemeinsam ge-sprochen wird.
In diesem Satz liegt auch der Schlüssel für die Hoffnung von uns Christen, dass diese Welt und dieses Leben nur vorläufig sind. Und in die-sem Satz liegt die Stärke und die Kraft all jener Christen, die verfolgt, gefoltert und getötet werden – auch im 21. Jahrhundert.
Dass selbst in Deutschland in den Flüchtlingsheimen und -lagern Christen von Muslimen wieder verfolgt, diskriminiert, geschlagen wer-den, christliche Frauen Freiwild sind, macht betroffen und zeigt, dass die Wirklichkeit des Islam mit einer ausgesprochen aggressiven, krimi-nellen und intoleranten Seite in Deutschland angekommen ist.
„ … und das ewige Leben.“ – diesen letzten Satz des Glaubensbekenntnisses verdanken wir Matthias. Möge er Stärke und Hoffnung aller Christen sein und bleiben.
 
 
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