Wustrow - Kirche-Lenzen-Lanz-Seedorf

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Unsere Kirchen


1399 Wusterowe

Der Ort Wustrow ist in seinen Ursprüngen eine alte wendische Ansiedlung, die zu diesen frühen Zeiten der Besiedlung von Wasser umgeben war. Darauf deutet der Name „Wustrowe“ hin, d.h. „ein von Wasser umgebener Ort“. Schriftlich erwähnt wurde „Wustrowe“ als Raubrittersitz 1399, im Zusammenhang mit dem Perleberger Landfrieden.
Die heutige Kirche von Wustrow wurde nach einem Brand der Vorgängerkirche 1786 als Fachwerkkirche erbaut. Älteste Baumaterialien aus Holz (Emporenbretter und Emporenstiele) stammen möglicherweise aus der alten abgebrannten Kirche und werden auf ca. 1600 datiert.


Ja selbst die kleinste Kirchengemeinde unseres Pfarrsprengels, die Kirchengemeinde Wustrow (25 Mitglieder), besitzt eine eigene Kirche.

Jenseits aller Diskussionen, ob für so wenig Gemeindeglieder die Kirche überhaupt erhalten werden soll (und kann), bleibt die Kirchengemeinde Eigentümerin eines denkmalgeschützten Gebäudes und ist damit auch zur Erhaltung verpflichtet. Die Wustrower haben sich dieser Aufgabe angenommen und nicht nur aus Verpflichtung, sondern aus Liebe zu Ihrem Gotteshaus:

In den Jahren 2007 und 2008 wurde die 1786 erbaute Kirche im Rahmen der Fachwerk- und dann folgenden Innensanierung vollkommen neu gestaltet. Während in den Jahren davor die Atmosphäre der Kirche durch eine dunkelbraune Verbretterung geprägt war, prägt jetzt eine vor der Sanierung nach der Sanierung mutige Farbkomposition von grau und rot den Kirchenraum. Die durch den Architekten André Schuldt aus Klein Krams (bei Ludwigslust) be-gleitete Sanierung war ein voller Erfolg, zumal nicht nur die Kirche in ihrer Substanz gesichert wurde, sondern auch begleitende Restaurierungen des Inventars der Sanierung eine kleine Krone aufsetzte.

So konnten beide bunten Bleiglasfenster (entstanden um 1900) erneuert werden, die Kronleuchter (Ende 18. Jhr.) wurden restauriert und vor allem der Altar mit seinem Aufsatz (Retabel), der 1913 vom letzten Wustrower Pfarrer Heinrich selbst geschnitzt wurde.
Die Nachkommen von Pfarrer Heinrich, der von 1875-1919 in Wustrow Pfarrer war, haben sich sehr für die Sanierung des Altars eingesetzt, in den späteren Jahren hat eine Urenkelin, Dr. Santoni, für die Wustrower Kirche Paramente im Klosterstich angefertigt.
Hat der Besucher der Wustrower Kirche all die neuen und restaurierten Einrichtungsgegenstände begutachtet, wird er auch auf ein eher seltenes kleines Detail aufmerksam, welches sich oberhalb der hinteren Empore am Balken befindet: die Darstellung eines Granatapfels, der durch die Sanie-rung besonders hervortritt. In der christlichen Symbolik deutet der Granatapfel mit seiner Vielzahl von fruchtig schmeckenden Kernen auf die Fülle der Barmherzigkeit Gottes hin, die durch die Auferstehung von Jesus den Menschen geschenkt wird. Eine ähnliche Deutung erfolgt durch den biblischen Begriff für Granatapfel „rimmon“, der von „rim“ (=“ein Kind gebären“) abgeleitet ist. Daher wird die Gottesmutter Maria oft mit einem Granatapfel in der Hand dargestellt. Wie auch immer - der Blick auf den Wustrower Granatapfel lohnt sich.
Rechts und links des Eingangs befinden sich die Epitaphien der Familie von Warnstedt, die bis Ende des 18. Jahrhunderts das Patronat innehatten. Die Gruft der Fam. von Warnstedt befindet sich unter dem Altar der Wustrower Kirche.
Wustrow hatte seit etwa 1564 gemeinsam mit Bochin eine eigene Pfarrstelle, seit 1920 wurde die nicht mehr besetzte Pfarrstelle von Lanz verwal-tet und 2010 ging sie dann endgültig mit der großen Fusion in der Pfarrstelle Lenzen-Lanz-Seedorf auf.
Eine zwar kleine, aber liebenswerte Gemeinde, trifft sich immer noch monatlich zum Gottesdienst in der Kirche (und im Winter in der beheizbaren Winterkirche). In den Sommermonaten lassen sich gern vorbeiradelnde Touristen die Kirche öffnen und zeigen.
Gemeinsam mit den Ferbitzern bilden die Wustrower nach wie vor einen kleinen gemeinsamen Gemeindekirchenrat und trotzen damit dem Irrglauben „je fusionierter desto besser“.

 
 
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